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Der Coach als Vorbild


«Wie ist das eigentlich für dich als Coach mit der «Selbstdisziplin» was Ernährung, Training, Schlaf, etc. betrifft, bei euch sieht das immer so einfach aus»! Genau diese Aussage von unseren Kundinnen und Kunden habe ich bisher schon sehr oft gehört. Es ist zwar schön, wenn es den Eindruck macht, dass es so einfach ist. Allerdings weit gefehlt, darf ich an dieser Stelle erwähnen. Diese «gesammelte» Aussage und weitere sind ein Grund für meinen nachfolgenden Beitrag.



Die vergangenen vier Monate sind ein klassisches Beispiel dafür, dass es auch für mich nicht immer so einfach ist die Routine beizubehalten.

Von Juni bis Oktober herrscht in meiner Hauptberuflichen Tätigkeit in der beruflichen Grundbildung «high Season». Aufgrund von vielen geschäftlichen und privaten Terminen (als Fussballtrainer) musste ich ab Juni meine Wochenplanung anpassen beziehungsweise optimieren. Also habe ich mich entschieden meine eigenen Trainingseinheiten vorübergehend zu reduzieren, mit dem ursprünglichen Gedanken, dass ich dann schon noch Zeit finde für Sport. Schliesslich hat der Tag 24-Stunden und die Woche sieben Tage. Alles gut, das wird schon…


Leider änderte sich dann langfristig am Arbeitsaufwand nicht viel. Vielmehr nahm die Belastung im Alltag nochmals zu. Also reduzierte ich weiter meine wöchentliche Trainingszeit in der Hoffnung, dass sich der Stress durch «relaxen» reduzieren lässt. So eine Pause hat doch auch seine guten Seiten. Zur «Erholung» am Abend suchte ich mir eine neue, (leider) sehr spannende Serie auf Netflix. Das führte natürlich nicht zur erhofften Entspannung oder zumindest dazu, dass ich die Schlafzeiten einhalten konnte. Nein, sondern dazu, dass ich auch meinen Schlafrhythmus über den Haufen geworfen habe. Ich verzichtete nun nicht nur auf Sport, sondern verwehrte meinem Körper in dieser stressigeren Zeit auch noch den benötigten Schlaf.


Um früher im Büro zu sein und die anstehenden Termine und Aufgaben einhalten zu können, habe ich dann auch noch auf mein Frühstück verzichtet. Immerhin gibt mir das doch am Morgen fünfzehn Minuten mehr Schlaf, den habe ich doch so nötig. Die cleveren unter euch schütteln jetzt bestimmt nicht zum ersten Mal den Kopf. Kein Frühstück! Das bedeutet Heisshunger-Attacken bereits vor dem Mittagessen. Diese stillte ich natürlich. Der Körper schreit nach Energie, also gebe ich ihm diese und üblicherweise in Form von Schokolade, denn die macht ja auch zeitgleich noch glücklich, juhuu!! Natürlich wusste ich, dass das jetzt keine besonders «gesunde» Art der Ernährung ist. Also versuchte ich zumindest beim Mittagessen meinem Körper etwas Gutes zu tun. Grosser Fehler! Da sich «Gutes tun» nur heisst weniger zu essen - zum Beispiel in Form von einem Ceaser Salade - kamen weitere Heisshunger-Attacken am Abend dazu. Chips, Schokolade, «Chrömli» und das «normale» Abendessen. Rein mit den Kalorien! Netflix mit Snacks bis nach Mitternacht, wenig Schlaf, ein Training pro Woche als Ausgleich und weiterhin viel Arbeit…


So wird das leider nichts. Ein Teufelskreis den viele bestimmt schon selbst auf andere Art und Weise kennengelernt haben. Bei den wenigen Trainings welche ich in meiner Woche einbaute, bemerkte ich, dass ich viel schneller am Limit bin und meine Kraft bzw. auch die Ausdauer reduzierten sich klar spürbar. Da Zahlen nicht lügen, bat ich Nadja um eine neue Körperfettmessung. Mein Körpergefühl wurde logischerweise bestätigt.

Fazit: Mein Gewicht blieb zwar konstant gleich. Allerdings habe ich in dieser Zeit vier Kilogramm Muskelmasse verloren, mein «Stressbalken» hat an Umfang gewonnen und meine sportliche Leistungsfähigkeit hat stark gelitten.

Zum Glück ist nun die «high season» vorüber und es kam DER Morgen an dem ich im Badezimmer stand und mir sagte, dass das so nicht mehr geht und ich mir jetzt wieder die Zeit nehme die mein Körper braucht um Energie zu tanken und sich auszuruhen.

Es ist auch für mich als noch «junger» Coach (in Trainingsjahren «jung») nicht so einfach wie es aussieht den von uns vermittelten Lifestyle immer einzuhalten. Grundsätzlich weiss ich, dass ich genau in belastenden Momenten auf meinen Körper achtgeben muss damit er die Energie hat die er benötigt um Zeiten erhöhter Belastungen möglichst schadlos zu überstehen. Vielleicht habe auch ich etwas aus den letzten drei Monaten gelernt. Ich finde es wichtig, dass die Trainings-, Schlaf- und Essroutine einen hohen Stellenwert in unserem Leben haben und wenn wir auf etwas «verzichten» müssen, dann sollten wir die richtigen Schrauben verstellen damit der Körper den Belastungen im Alltag standhalten kann. Vielleicht denkst du ja an diese Zeilen wenn sich bei dir «ein Formtief» bemerkbar macht :)


Viel Spass beim Essen, Trainieren, Schlafen und geniessen!!


Over come your Limits

Roger

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